Die beiden Initiatoren wollen den Spielern
Fairness und Respekt vor allemdadurch
näher bringen, dass sie selbst als
Vorbilder auftreten. Benimmt sich aber
jemand daneben, gibt es auch Strafen.
Störenfriede müssen zum Beispiel aussetzen
und eine Runde um den Platz
laufen. AndreasWittmann erklärt, dass
der Fußballplatz einen „geschützten
Raum“ darstellt, um angemessene Umgangsformen
zu erlernen. Er hofft, dass
die Jugendlichen ihre Erkenntnisse über
den Umgang mit Anderen vom Sport
auf ihr Leben übertragen. „Außerdem
lernen sie, Verantwortung zu übernehmen,
wenn es etwa darumgeht, unseren
Platz in Schuss zu halten.“
Die Gruppe spielt nun schon seit
mehreren Monaten zusammen, und
erste Erfolge sind laut Andreas Wittmann
schon zu verzeichnen. „Zwei der
Jungs haben sich bei einer Schlägerei
kennen gelernt. Jetzt spielen sie im selben
Team und gehen angemessen miteinander
um. Das ist nicht selbstverständlich.
Überhaupt sind alle Jungs
beimSpielen erstaunlich diszipliniert.“
DieMannschaft nennt sich zwar „Die
Outsider“, aber das Ziel von Michael
Wolff und Andreas Wittmann ist es, den
Jugendlichen aus ihrer Rolle als Außenseiter
herauszuhelfen. Nur einer der
Spieler hat einen Ausbildungsplatz, die
meisten erwarten düstere Berufsaussichten.
Die beiden Mannschaftsleiter
hoffen, dass ihre Spieler durch mehr
Disziplin ihre Zukunftsaussichten verbessern
können. Auch das Bild, das die
Öffentlichkeit
von jugendlichen
Straftätern
hat, würden die Pädagogen gern verändern.
„Die Jungs sind nette Kerle, die
mal Mist gebaut haben. Jetzt stecken sie
ihre Energie in den Sport, statt Unsinn
zumachen. Es wäre schön, wenn sie dafürAnerkennung
von außen bekämen“,
sagt AndreasWittmann.
Die Mannschaftsleiter engagieren
sich ehrenamtlich für die Outsider.
Ein Budget gibt es nicht.
„Viel Geld brauchen wir zum
Fußballspielen zwar nicht, aber
etwas finanzielle Unterstützung
könnten wir schon gut gebrauchen“,
sagt Michael Wolff. „Es
ist leider sehr schwierig, Spenden
zu bekommen, wenn es um
Delinquenten geht.“ Einen Satz
Trikots und ein paar Fußballschuhe
konnten sich die Outsidermit einer Zuwendung
des Architekturbüros [lu:p] in
Grub am Forst schon anschaffen. Jetzt
fehlen zum Beispiel noch Schienbeinschoner
und ein Erste-Hilfe-Kasten.
Fast noch dringender als Spender
sucht das Team Gegner. Ein Spiel hat es
schon absolviert. Jetzt möchten
die „Outsider“ Freundschafts-
oder Hallenturnierspiele
bestreiten, bei denen
sie sich beweisen können. Interessierte
können sich gerne
melden. Was die Fußball-
Landschaft angeht, möchten
die „Outsider“ nicht länger
Außenseiter bleiben.